Scrabble

Januar 27, 2010

Scrabble ist einer der großen Klassiker unter den Brett- und Gesellschaftsspielen. Das Spielprinzip ist, wenn nicht ohnehin schon bekannt, denkbar einfach erklärt. Man hält auf einer kleinen Leiste eine Handvoll Buchstaben, aus denen Wörter gebildet werden sollen, die dann auf dem Spielfeld abgelegt werden, womit Punkte verdient werden. Je „exotischer“ der Buchstabe, desto höher sein Wert, die verdiente Punktzahl kann vermehrt werden, indem das zu legende Wort auf den verschiedenen am Spielplan befindlichen Bonusfeldern platziert wird. Ein großer Wortschatz ist also für den Spieler essentiell, ebenso wie gewisses taktisches Geschick beim Versuch die lukrativen Boni zu sichern.

Zum Spielverlauf gehört ganz grundlegend ein ständig präsenter Frustfaktor. Auf der Jagd nach Punkten verzweifelt man einerseits an häufig völlig unbrauchbaren Buchstabenkombinationen. Es stellt sich zum Beispiel heraus, dass es gewisse Schwierigkeiten bereiten kann, ohne Selbstlaute gültige Wörter zu bilden. RCHTZGM etwa wird auch nach längerem Umsortieren nicht sehr einbringlich sein. Hat man dagegen andererseits eine brauchbare Kombination in Händen findet sich öfter als einem lieb ist keine Möglichkeit das Wort abzulegen. Neue Wörter können nämlich tückischerweise ausschließlich an bereits bestehende Begriffe angelegt werden. So scheitert man im Laufe eines Spiels mehr als ein Mal auf der Suche nach einem frei zugänglichen R, das einem Adjektiv am Ende gut stehen könnte oder ähnlichem. Über die Komplikationen, die von einem im richtigen Moment in den Buchstabensalat Einzug haltenden X oder Q verursacht werden, kann getrost geschwiegen werden.

Scrabble ist aber genau aufgrund dieser Unwägbarkeiten ein enorm spannendes und forderndes, stets abwechslungsreiches Spiel. Die Suche nach abstrusen Begriffen im Wörterbuch, welches im Zweifelsfall als Schiedsrichter über die Gültigkeit beziehungsweise Existenz von Worten entscheidet, das Feilschen um Vorsilben und Verbformen und das Hadern mit den hinderlichen Stolpersteinen sind das Salz in der Suppe von Scrabble.

Scrabble funktioniert übrigens erfrischenderweise, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Gesellschaftsspielen, auch ganz hervorragend zu zweit. Ich bin, nachdem mir das Spiel schon lange Jahre zwar bekannt war, ich es aber nie gespielt oder besessen habe, mittlerweile zu einem wahren Fan geworden und freue mich schon jetzt auf die nächste Partie.

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posted in Spiel & Spaß, Wort & Sprache by Hans-Peter

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