Zur Zeit findet in Österreich die Handball Europameisterschaft der Herren statt. Es wird mittlerweile noch in Wien und Innsbruck gespielt, Begegnungen der Vorrunde haben aber auch in Linz, Wiener Neustadt und Graz stattgefunden. In der Stadthalle Graz standen einander die Nationalmannschaften der Ukraine, Norwegens, Russlands und Kroatiens gegenüber.
Wir wollten uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen und haben uns zwei Karten für die Spiele am Samstag gesichert. Kroatien sollte zunächst auf Russland treffen, Norwegen trat später gegen die Ukraine an. Wenig überraschend war die mobile Tribüne, die in der Stadthalle aufgestellt worden war, beinahe ausschließlich mit Kroaten gefüllt, die schon vor dem Spiel für mächtigen Lärm sorgten. Die kroatischen Spieler genossen sichtlich die Heimatmosphäre, die von den begeisterten Anhängern mit unaufhörlichen Sprechchören und Gesängen erzeugt wurde. Der Jubel war groß, als schlussendlich der dritte Sieg der kroatischen Mannschaft in Folge gefeiert werden konnte, der aber durchaus schwer erkämpft war. Russlands Auswahl stemmte sich wacker gegen die Kroaten und hätte auch Chancen gehabt zu gewinnen. Besonders erwähnen muß ich den russischen Torwart mit der Rückennummer 1, der sich mit mehreren spektakulären Paraden in Folge meine Bewunderung gesichert hat.
Die vielen Kroaten, die nach dem Sieg Ihrer Mannschaft die Tribüne verlassen haben um zu feiern, entging ein interessantes Match zwischen Norwegen und der Ukraine. Die Ukrainer, physisch den Skandinaviern überlegen, dominierten das eher statische Spiel am Kreis, wurfgewaltig und als Abwehrwand kaum zu durchdringen, während die Spieler Norwegens glänzen konnten, sobald das Spiel in Bewegung gebracht werden konnte. Auch zwischen diesen beiden Mannschaften schien lange alles möglich zu sein und der Ausgang blieb völlig offen, am Ende setzte sich jedoch (von uns und den auch relativ zahlreich anwesenden Norwegern sehr bejubelt) Norwegen durch, nicht zuletzt deshalb, weil die ukrainischen Spieler wiederholt Zeit auf der imaginären Strafbank abzusitzen hatten.
Nach den Spielen in Graz müssen die Ukrainer den Heimweg antreten, Kroaten, Norweger und Russen sind für die nächste Runde qualifiziert – und all drei spielen gegen die sich prächtig präsentierenden Österreicher in Wien.
Es werden interessante, spannende Spiele auf höchstem Niveau einer schnellen, abwechslungsreichen, mit Härte und gleichzeitig Spielwitz geführten Sportart sein.

