Ich bin wahrlich weder ein großer Experte noch fanatischer Fan der Rolling Stones, aber ich habe mich am Dienstag im Landhaushof in Graz eingefunden und den Dokumentarfilm „Stones in Exile“ gesehen.
Ich habe es, zugegeben, den von mir prinzipiell sehr geschätzten Editors nach wie vor nicht ganz verziehen, dass sie für ihr letztes Album die Gitarren häufig durch Synthesizer ersetzt haben. Dennoch war das Konzert der Band gestern in Graz ein Genuss.
Eine E-Gitarre ist nicht bloß ein Musikinstrument, sondern in den richtigen Händen eine magische Wunderwaffe.
Josh Rouse ist ein Mann von kleiner Statur, er trägt die klassische Denkerbrille mit breitem, dunklem Rahmen, sein Auftreten entspricht der klassischen Vorstellung, die man von einem etwas verschrobenen Künstler hat. Mit ihm auf der Bühne stand sein Freund aus Spanien, vorgestellt als Raúl, hinter Keyboard und Gitarre.
Chris Corner zählt gewiß zu den begabteren Soundtüftlern und Klangakrobaten, die sich auf den Bühnen dieser Welt tummeln. Unter Beweis gestellt hat er das schon vor Jahren als Mastermind der großartigen Sneaker Pimps, an die ich nach wie vor gerne zurück denke.
Unerwarteterweise bin ich am Samstag in den Genuß gekommen dem Geburstagsfest des Radiosenders FM4 beiwohnen zu dürfen. Dieses Fest findet seit einigen Jahren traditionell in der Wiener Arena statt und ist, der Jahreszeit zum Trotz, eine Veranstaltung unter freiem Himmel.
Ich habe Mia das erste Mal 2002 erlebt, in Salzburg, an einem heißen Nachmittag. Damals war das vor allem laut, schnell, hektisch, parolenhaft und punkig. Das ist es heute auch noch, aber die Band ist gewachsen.
Ich habe auf all den vielen Konzerten, auf denen ich schon war, bislang noch nie eine Setlist ergattern können. Das mag vielleicht auch daran liegen, daß ich mich so überhaupt nicht darum bemüht habe, so etwas in meine Hände zu bekommen. Mit gestern Abend hat sich das geändert.
Anajo werden auf ihrer Tournee vom Poporchester der Musikuniversität Augsburg begleitet. Was für eine ausgezeichnete Idee. Das Orchester unterstützt die dreiköpfige Band mit Bläsern, Streichern, Backgroundsängerinnen und mehr und sorgt für vollen, mächtigen Sound, der hervorragend zum Gitarrenpop der Band paßt. Die Studenten haben dabei sichtlich ihren Spaß auf der Bühne und bekommen die Arbeit [...]
Spontane Entscheidungen sind oft die besten. Also haben wir uns gestern kurzfristig und vollkommen ungeplant entschlossen, einen Abend in Graz zu verbringen. Und von (Genre-)Grenzen soll man sich nicht aufhalten lassen.