FLH, Erster Spieltag

Februar 8, 2010

Das war kein besonders gelungener Einstieg in die neue Saison.

Zum Auftakt der Hallenmeisterschaft hatten die Graz Panthers in Wien gegen drei Gegner anzutreten. Die Dragons, Dark Angels und Constables stellten sich uns gegenüber. Leider hatten wir in allen drei Spielen relativ deutlich das Nachsehen, wobei wir gerade gegen die Constables, die immerhin der amtierende Meister sind, am besten mithalten konnten. Wenn man die Spiele als Standortbestimmung und Formtest heranzieht, zeigt sich, daß noch Potential zur Verbesserung vorhanden ist, dieses aber auch abgerufen werden muß.

Für mich persönlich steht nach drei Spielen überhaupt nichts Zählbares zu Buche. Ein Beinahe-Sack, ein abgeschlagener Paß, ein paar gute Plays, aber natürlich auch einige schlechte Spielzüge. Ich bin aber trotz der geringen persönlichen und mannschaftlichen Ausbeute nicht wirklich unzufrieden. Sowohl das Team, als auch ich selbst, haben aus den Spielen Erfahrung gewonnen und Routine gesammelt. Besoners wichtig ist auch, daß wir alle den Spieltag unverletzt überstanden haben und so unser Training zielgerichtet fortsetzen können um auf die nächsten Aufgaben besser vorbereitet zu sein.

Eiszapfen

Februar 3, 2010

Ich habe Winter, Schnee, Eis und Kälte schön langsam satt, kann es kaum mehr erwarten, bis endlich der Frühling Einzug hält. Aber manchmal bringt der Winter erstaunliche, wunderschöne Landschaften und Gebilde hervor. Diese Eiszapfen, beleuchtet vom Abendrot, die von einem Vordach hängen, wo Schmelzwasser sofort wieder gefriert, haben sofort meinen Blick gefesselt.

Eiszapfen im Abendrot

Scrabble

Januar 27, 2010

Scrabble ist einer der großen Klassiker unter den Brett- und Gesellschaftsspielen. Das Spielprinzip ist, wenn nicht ohnehin schon bekannt, denkbar einfach erklärt. Man hält auf einer kleinen Leiste eine Handvoll Buchstaben, aus denen Wörter gebildet werden sollen, die dann auf dem Spielfeld abgelegt werden, womit Punkte verdient werden. Je „exotischer“ der Buchstabe, desto höher sein Wert, die verdiente Punktzahl kann vermehrt werden, indem das zu legende Wort auf den verschiedenen am Spielplan befindlichen Bonusfeldern platziert wird. Ein großer Wortschatz ist also für den Spieler essentiell, ebenso wie gewisses taktisches Geschick beim Versuch die lukrativen Boni zu sichern.

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Handball Europameisterschaft, Stadthalle Graz

Januar 25, 2010

Zur Zeit findet in Österreich die Handball Europameisterschaft der Herren statt. Es wird mittlerweile noch in Wien und Innsbruck gespielt, Begegnungen der Vorrunde haben aber auch in Linz, Wiener Neustadt und Graz stattgefunden. In der Stadthalle Graz standen einander die Nationalmannschaften der Ukraine, Norwegens, Russlands und Kroatiens gegenüber.

Wir wollten uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen und haben uns zwei Karten für die Spiele am Samstag gesichert. Kroatien sollte zunächst auf Russland treffen, Norwegen trat später gegen die Ukraine an. Wenig überraschend war die mobile Tribüne, die in der Stadthalle aufgestellt worden war, beinahe ausschließlich mit Kroaten gefüllt, die schon vor dem Spiel für mächtigen Lärm sorgten. Die kroatischen Spieler genossen sichtlich die Heimatmosphäre, die von den begeisterten Anhängern mit unaufhörlichen Sprechchören und Gesängen erzeugt wurde. Der Jubel war groß, als schlussendlich der dritte Sieg der kroatischen Mannschaft in Folge gefeiert werden konnte, der aber durchaus schwer erkämpft war. Russlands Auswahl stemmte sich wacker gegen die Kroaten und hätte auch Chancen gehabt zu gewinnen. Besonders erwähnen muß ich den russischen Torwart mit der Rückennummer 1, der sich mit mehreren spektakulären Paraden in Folge meine Bewunderung gesichert hat.

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Facebook und Twitter

Januar 13, 2010

Nach langem, langem, sehr langem Überlegen habe ich mich letztlich doch dazu durchgerungen, dem wahrscheinlich größten und verbreitetsten sozialen Netzwerk beizutreten. Facebook.

Meine Einstellung zu Facebook war beziehungsweise ist… ambivalent. Facebook ist natürlich unzweifelhaft eine riesige Farm, was so gar nichts mit Farmville zu tun hat (wo ich übrigens ganz sicher nicht mitmachen werde). Facebook ist eine Datenfarm. Das Geschäftsmodell, wenn es denn zukünftig einmal finanziell lukrativ sein wird, basiert auf dem massenhaften Sammeln von Daten der Benutzer. Die User werden transparent, zur Zielgruppe und zum Forschungsobjekt. Dazu kommt, daß gerade von Facebook immer wieder Stimmen zu hören sind, die der ohnehin bedrohten Privatsphäre im Netz, offen wenig Bedeutung beimessen. Es bleibt ein leicht übler Nachgeschmack – wenigstens bei mir.

Aber das Konzept ist gut und klingt sinnvoll.

Und wenn ich schon auf Facebook bin, dann kann ich gleich die ganze Distanz gehen und auch noch @hpgauster auf twitter sein, und die beiden Accounts konsequenterweise miteinander verknüpfen. Das funktioniert übrigens erstaunlich gut, nach kleineren Problemen (lies: schweren Gefechten) zu Beginn.

Es ist übrigens erstaunlich, wie schnell mich Leute, denen ich nichts von all dem erzählt hatte, gefunden und zum Freund gemacht hatten. Und jetzt, wenige Tage später, herrscht schon einiges Leben. Das Konzept ist scheinbar wirklich gut und funktioniert.

It Might Get Loud

Januar 3, 2010

Eine E-Gitarre ist nicht bloß ein Musikinstrument, sondern in den richtigen Händen eine magische Wunderwaffe. Der Holzkorpus, der Hals, die Saiten, die Tonabnehmer und all die anderen kleinen Teile zusammen formen ein Kultobjekt, dem ungeahnte Klangwelten innewohnen, die es dem Instrument zu entlocken gilt. Eine Gitarre ist etwas Besonderes und die Menschen, die das Spiel auf ihr zur Berufung gemacht und zur Meisterschaft gebracht haben, sind Helden. Gitarrenhelden.

Drei große Gitarrenhelden unterschiedlicher Epochen und Prägung sind Jimmy Page, The Edge und Jack White. Jimmy Page, zu Weltruhm gelangt durch seine Zeit mit der Band Led Zeppelin ist der virtuose Könner, der klassische Leadgitarrist mit Fingern so flink wie der Wind und ausdrucksvollem, inspiriertem Spiel. The Edge ist für den Gitarrensound bei U2 verantwortlich. Er ist Soundtüftler, der eine unglaubliche Batterie an Effektgeräten zum Einsatz bringt, um seine fein ziselierten Rhythmusgitarren zu formen und auszuschmücken. Jack White wiederum ist ein wandelnder Anachronismus, ein vollblütiger Blues-Musiker, der seinen seltsamen, alten, widerspenstigen Instrumenten den erwünschten Sound im wilden Kampf geradezu abringt.

Diese drei zusammen finden sich in einem Raum ein und unterhalten sich über ihre Instrumente, ihre Musik, ihre künstlerische Entwicklung und Ursprünge. Man reist mit den Protagonisten zurück in der Zeit in Proberäume und Aufnahmestudios und auf die kleinen und großen Konzertbühnen, die sie bespielt haben. Es wird improvisiert und gejammt, philosophiert und gefachsimpelt wie man es sich unterhaltsamer nicht vorstellen könnte.

Wer auch immer nur einen Funken Leidenschaft für Rock n’ Roll in sich trägt wird diesen Film lieben. Wer eine Gitarre auch nur in der Hand gehabt hat und Spaß daran gefunden hat, die Saiten anzuschlagen und den Klang entstehen zu hören, befindet sich für die Dauer des Filmes im himmlischen Paradies.

Meine Strat bekommt so bald als möglich neue Saiten…

Thomas Pynchon – Inherent Vice

Dezember 22, 2009

Finally, I’ve managed to finish „Inherent Vice“, the latest novel by American writer Thomas Pynchon. It took me a lot more time than expected, primarily due to the fact that the book is relatively complex, featuring a vast cast of characters, interacting and connected to each other in various and sometimes confusing ways. Adding to that Inherent Vice is a real challenge for the German speaking reader as Pynchon doesn’t hesitate to throw a lot of slang words and phrases at the reader and his writing is generally too complicated to make for an easy read. So if you’re going to give the English original a try – which I, as usually, suggest – be prepared for hours of reading that you have to stay concentrated throughout. And be warned: there will be occasions when your standard dictionary will be of no help at all.

That being said Inherent Vice is a very entertaining, compelling story full of criminal acts of all kinds, conspiracy theories, love stories and relational issues, not fitting into the standard definition of the word love so well. The story is set in Los Angeles at the end of the 1960s with surf and hippie culture at its absolute peak, or rather at the very beginning of its decline. The sheer amount of drugs consumed at an unbelievable frequency is stunning and hilarious at the same time. Pynchon draws a picture of a culture, which might seem light-hearted at first sight, wherein free love, drug use and trade, gambling, surfing and music, to name but a few aspects, play integral parts. Above all that, nevertheless, shadows are hovering. Charles Manson for example, the famous serial killer, is mentioned every now and then, poisoning the atmosphere with a palpable sense of paranoia and uncertainty.

Summarizing the plot of the novel is a task I’ll not even dare touching. Just to give you an idea, the book tells the story of Larry Sportello, nicknamed Doc, a private investigator who finds himself thrown somewhere in between the Los Angeles Police Department, the FBI, a relentless loan shark, a real estate tycoon gone missing, an organization called Golden Fang that nobody really seems to be able to characterize or identify, an ex girlfriend of his, a famous musician presumably dead but at the same time very alive and a lot more on top of that, searching for… well, sometimes it’s not even perfectly clear what he is looking for.

Dive into the book and meet, amongst many others, Bigfoot Bjornsen, police officer and both antagonist and sort of friend of Doc’s, Sauncho the lawyer, specialist in marine affairs, Coy Harlingen, the saxophone player and his lost family and Michael Wolfmann who is regretful about his past. Trip on acid with Doc, get a taste of the beginnings of the internet, go to the not so shiny parts of Las Vegas and place a bet, try to find an almost untraceable yacht and get to know Los Angeles sixties style.

Looking for a last minute Christmas present for the avid bookworm? Here you go.

Whatever Works

Dezember 15, 2009

Boris ist die Definiton eines Misanthropen. Er ist ein ins Alter gekommener brillanter Quantenphysiker, der zurückgezogen lebt und seinen wenigen Freunde mit bitterem Sarkasmus und dem Rest der Welt mit herablassender Geringschätzung begegnet. Er lebt in Scheidung und hat einen Selbstmordversuch hinter sich, von dem er als Spätfolge ein hinkendes Bein behalten hat.

Eines Tages tritt vollkommen unvorhergesehen eine gestrandete Stüdstaatenschönheit in das Leben des Gift und Galle spuckenden Genies. Melody, davongelaufen von ihrer Familie und gleichermaßen orientierungs- wie haltlos in New York, drängt sich zuerst in die Wohnung und später nach und nach ins Leben von Boris. Ein Paar, wie es gegensätzlicher nicht sein könnte, findet allen dagegen sprechenden Vorzeichen zum Trotz zueinander und schließlich sogar in den Hafen der Ehe.

Was in anderen Filmen das Happy End bedeuten würde bringt in Whatever Works aber erst den Anfangspunkt für weitere, noch erheblich umfangreichere, Komplikationen, als zuerst Melody’s Mutter und später auch ihr Vater in New York eintreffen. Die Figuren durchlaufen teils abenteuerliche Metamorphosen auf der Suche nach ihrem Wesen und Glück, letztendlich aber finden alle eine Lebenslage, die – mehr oder weniger unerwartet – einfach funktioniert.

Das Happy End kommt in Form einer Silvesterparty und Boris, der einzige, der die ganz großen Zusammenhänge erfassen und das Publikum durch die Leinwand erkennen kann, nimmt die Zuseher ein letztes Mal zur Seite, um seine Sicht der Dinge zu schildern. Es drängt sich ein auf den ersten Blick bescheidenes Fazit für den Film auf, das aber vielleicht einer der wenigen stabilen Ruhepunkte im echten Leben ist: Was funktioniert, hat wahrscheinlich seine Daseinsberechtigung, seinen Sinn und eine Zukunft. Es gilt nur das Funktionierende zu suchen und zu finden.

Woody Allen hat schon wieder einen guten Film gemacht.

Das Vaterspiel

Dezember 1, 2009

Das Vaterspiel von Josef Haslinger steht auf der Liste meiner Lieblingsbücher sehr weit oben. Der Roman ist eine exzellent geschriebene, vielschichtige Familiengeschichte, die sich über drei Generationen erstreckt und mehrere Handlungsstränge gekonnt vereint. Die filmische Umsetzung des Stoffes ist ein höchst anspruchsvolles, schwieriges und ambitioniertes Projekt. Regisseur Michael Glawogger ist es ausgezeichnet gelungen aus Josef Haslingers Buch einen hervorragenden Film zu machen, ohne zu viel vom Inhalt des Buches unterschlagen zu müssen.

Das Vaterspiel ist ein von der Hauptfigur des Filmes programmiertes Computerspiel, dessen Zielsetzung darin besteht, den eigenen Vater möglichst effizient und immer wieder aufs Neue zu ermorden. Rupert, der dieses Spiel geschaffen hat, hat die Inspiration dazu aus seiner tiefen Abscheu gegen den eigenen Vater, einen sozialdemokratischen Politiker, der es bis zum Minister gebracht hat, gezogen. Abgesehen von der Produktion des Spieles hat Rupert allerdings wenig geleistet und da das Vaterspiel auch unvermarktet in der Schublade seines Daseins fristet, haftet ihm das Image eines Versagers und Taugenichts an. Er ist allerdings handwerklich einigermaßen begabt, was er zu Studienzeiten beim Ausmalen der Wohnung einer Kollegin unter Beweis gestellt hat. Die Hilfsleistung führt kurzfristig zu einer Liebesbeziehung und langfristig zu einem schicksalshaften Anruf.

Man schreibt das Jahr 1999 und Rupert wird aus heiterem Himmel von seiner Jugendfreundin aus New York angerufen, wo er erneut als Handwerker tätig werden soll. Er reist nach New York, und plötzlich fließt die Geschichte mit der in Episoden nebenher erzählten Handlungsebene, die in einer dunklen Vergangenheit wurzelt zusammen. Es gilt eine undenkbare Entscheidung zu treffen…

Das Vaterspiel ist eine sehenswerte österreichische Produktion und eine grandios gelungene Verfilmung eines ebenso lesenswerten Buches. Die zahlreichen Spannungsfelder in der Geschichte bleiben erhalten, die Extremsituationen, in denen sich die Figuren wiederfinden, werden unspektakulär ruhig, aber umso eindringlicher dargestellt. Auch wer das Buch nicht gelesen hat, wird den verschiedenen Episoden, die in der Zeit um Jahre und Jahrzehnte vor und zurück springen, mühelos folgen können. Kurz zusammen gefaßt: Es lohnt sich ins Kino zu gehen, ob man den Roman kennt oder nicht.

Der magische Moment

November 16, 2009

Um ein gutes Foto zu bekommen muß man zuerst und vor allem zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Die beste Kamera, die teuerste Ausrüstung helfen nicht, wenn man nicht das geeignete Motiv, das passende Licht oder das Auge für beides hat.

Als sich heute die Tür des Büros hinter mir schloß war da wie hingezaubert, wie aus vollen Eimern über den Himmel geschüttet, dieses beinahe absurd schöne, glühend intensive Abendrot. Und ich hatte meine Kamera nicht dabei. Natürlich war die Szene nach vielleicht drei Minuten vorbei und zum Zeitpunkt, als ich meine Kamera endlich in Händen hielt, erinnerte nur noch ein blasser Hauch von Orange an das zuvor so spektakuläre Schauspiel.

Der magische Moment war da, und ich habe ihn verpaßt. Das ist außergewöhnlich schade, aber es hat mich daran erinnert, was ich bei Ken Rockwell gelesen habe.

Die nächste magic hour wird kommen.

 
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