Ich bin weder ein großer Fan oder regelmäßiger Verfolger der berühmten Fernsehserie, noch habe ich den ersten Kinofilm von Sex And The City gesehen, aber es hat keiner großen Überredungskunst bedurft, mich in diesen Film zu bekommen. Wahrscheinlich gehöre ich auch nicht wirklich zum engeren Kreis des Zielpublikums, aber interessiert hat mich der Film und der Hype rundum dann doch.
Die Handlung des Films wäre schnell umrissen, doch lohnt sich der Aufwand kaum, da eine solche nur mit gutem Willen und in Ansätzen zu erkennen ist. Das Spektakel beginnt auf einer Hochzeit zweier Männer und entwickelt sich dann zu einem Abenteuer in Abu Dhabi. Es geht um Beziehungen im Allgemeinen und eine Handvoll verschiedener Konstellationen mit ihren Luxusproblemen im Speziellen; die Details sind ebenso oberflächlich wie weitgehend belanglos.
Was eindrucksvoll vom Film in Erinnerung bleibt sind der unfaßbare Pomp und die geradezu unbeschreibliche Dekadenz, die dargestellt werden. Sex And The City spielt in einer vollkommen abgehobenen Glitzerwelt, durch die sich die Protagonistinnen bewegen. Eine “normale” Armbanduhr von Rolex als Geschenk zum Jahrestag taugt in dieser Welt nicht, es muß ein Vintage-Modell mit Spezialgravur sein, gegen das drohende Voranschreiten des Alters wird mit einem Arsenal an Hormonpräparaten zu Felde gezogen, das den Arzneischrank einer landläufigen Apotheke in den Schatten stellt und das vollzeitbeschäftigte Kindermädchen hat einen Universitätsabschluß in Pädagogik. Natürlich ist das alles nicht trocken ernst dargestellt, allein die Intensität mit welcher der Luxus in Szene gesetzt wird treibt den Film in ironisch-satirisch anmutende Sphären. Schließlich und endlich ist der Film vor allem eines: Leichte, seichte Unterhaltung in Überlänge.
Und es funktioniert ganz gut. Man kann sich in Sex And The City 2 setzen, das Gehirn ausschalten und/oder auf Durchzug schalten und sich eine Geschichte erzählen lassen, die einen nicht im Mindesten berührt, die nicht das Geringste mit dem gewohnten Alltag zu tun hat. Während der Film vor sich hin plätschert finden sich immer wieder Szenen, die zum Lachen anregen, wobei der Humor offensichtlich auch für Zuseher funktioniert, die sich nicht als Experten im Kennertum der Serie bezeichnen können. Komisch (wenn auch wahrscheinlich manchmal teils unfreiwillig) ist auch immer wieder das Spiel mit der amerikanischen Prüderie, auf die so mancher Seitenhieb abgefeuert wird.
Ich muß jetzt schon scharf nachdenken, wenn ich sagen soll, wie der Film endet, spätestens nächste Woche habe ich das und viel mehr sicherlich schon vergessen – aber das ist ausgesprochen egal. Der Streifen ist eine Eintagesfliege, gut für einen enstpannten Abend, nicht mehr und nicht weniger.
Das ist kein zwingend negatives Urteil. Ich habe es nicht bereut am Samstag ins Kino gegangen zu sein.
Gesehen habe ich die englische Originalversion. Meine Empfehlung lautet hier auf jeden Fall auf die deutsche Synchronfassung zu verzichten – der Film ist hervorragend zu verstehen und auf jeden Fall für fortgeschrittene Einsteiger der englischen Sprache keine zu große Herausforderung.